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2.4.
 
Kieler Humangenetiker finden weiteres Krebsgen

Wissenschaftler des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Schleswig Holstein (UK S-H) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben in Zusammenarbeit mit einer internationalen Forschergruppe ein neues Krebsgen als Ursache der akuten lymphatischen Leukämie, der häufigsten Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter, entdeckt.

Das CRLF2-Gen erzeugt ein Eiweiß an der Zelloberfläche. Dieses vermittelt normalerweise Signale von Botenstoffen, sogenannten Zytokinen, und ist so an der Regulation des Zellwachstums beteiligt. Die Wissenschaftler konnten jetzt bei Patienten mit einer akuten lymphatischen Leukämie in den Tumorzellen genetische Veränderungen nachweisen, die zu einer zu starken Aktivierung von CRLF2 und damit zur bösartigen Entartung der Zellen geführt haben. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in dieser Woche online in der renommierten Fachzeitschrift „Blood“ publiziert
(
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/reprint/blood-2009-03-208397v1).

Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz etwa 500 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 14 Jahren neu an einer akuten lymphatischen Leukämie (www.kinderkrebsregister.de). Diese Erkrankung kann aber in jedem Alter, auch bei Erwachsenen, auftreten. Die detaillierte Aufklärung der genetischen Ursachen, die zur Krebsentstehung beitragen, ermöglicht die Entwicklung zielgerichteter Therapien. So handelt es sich bei dem erzeugten Eiweiß des neu identifizierten Krebsgens um einen Zelloberflächenmolekül. Diese Moleküle können prinzipiell als Zielstrukturen für die Therapie genutzt werden. Bereits im letzten Monat konnte das Forscherteam des Instituts für Humangenetik in Kiel um Dr. Inga Vater und Prof. Reiner Siebert die Entdeckung eines neuen Krebsgens bei Lymphdrüsenkrebs bekannt geben.

 

Weitere Informationen:
 
Prof. Dr. med. Reiner Siebert
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Tel. 0431 / 597-1775

rsiebert@medgen.uni-kiel.de

Dr. rer. nat. Inga Vater
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Tel. 0431 / 597-3549

ivater@medgen.uni-kiel.de

 

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(Stand: August 2009)