Der Standort Hamburg
wird im Bereich der Nanomedizin durch ein neues Forschungsprojekt gestärkt:
Unter dem Titel „VIBRANT“ („VIBRANT“ = „Vivo Imaging of Beta cell Receptors
by Applied Nano Technology“) startet ein von der Hamburger CAN GmbH
initiiertes Gemeinschaftsprojekt, das sich mit der medizinischen Bildgebung
von sogenannten „Beta-Zellen“ der menschlichen Bauchspeicheldrüse
beschäftigt. Das Projekt wird vom 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert.
Entscheidende Fortschritte bei der
Diagnose und Behandlung von Diabetes erwartet
Mit dem nun geförderten Vorhaben soll eine Methode zur quantitativen
Bestimmung der Beta- Zellmasse entwickelt werden. Dies würde eine
frühzeitige Diagnose der Zivilisationskrankheit Diabetes ermöglichen. Zum
Hintergrund: Die Zellen, die den Blutzuckerspiegel durch Insulinausschüttung
regulieren, sind nur in sehr geringer Menge vorhanden. Sterben die Zellen
ab, erkrankt der Mensch an Diabetes. Bisher war ihre quantitative Bestimmung
im lebenden Organismus nicht möglich. Das soll sich durch das neuartige
Verfahren ändern. Diabetes führt zu schwerwiegenden gesundheitlichen und
sozialen Folgen für die Betroffenen. In Deutschland liegt die Zahl der
bekannten Diabetesfälle laut „Diabetes Deutschland“ derzeit bei etwa sechs
Millionen. Diabetische Spätschäden wie Erblindung, Nierenversagen und
Amputationen bedeuten schwerstes menschliches Leid.
Förderung durch das 7.
EU-Forschungsrahmenprogramm
Acht namhafte Forschungsinstitute aus Deutschland, Belgien, Spanien,
Dänemark und Schweden haben sich unter Federführung der CAN GmbH Anfang des
Jahres 2008 um das Forschungsmandat im Rahmen des
EU-Forschungsrahmenprogramms beworben. Dieses Programm hat zum Ziel,
Kooperationen im Rahmen konkreter und gezielter Projekte in
Schlüsselbereichen der medizinischen, ökologischen, industriellen oder
sozioökonomischen Forschung auszulösen. Auch für die Mobilität von
Forschern, die Einbeziehung von kleinen und mittleren Unternehmen in die
Projekte und die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit wurden
erhebliche Fördermittel bereitgestellt.
In einem zweistufigen
Prüfverfahren der EU-Kommission wurde VIBRANT als eines von dreißig
erfolgreichen EU-geförderten Großprojekten ausgewählt. Die wissenschaftliche
Qualität und der gesellschaftliche Nutzen wurden dabei von den Gutachtern
als hervorragend bewertet. „Als Ideengeber- und Antragstellerin verantwortet
die CAN GmbH die Koordination des Gesamtprojektes und natürlich die
Entwicklung der erforderlichen hochkomplexen Nanoteilchen“, so
Business-Development-Experte und Projektleiter Dr. Theo Schotten von der CAN
GmbH. „Mittlerweile wurde das Grant Agreement von Brüssel unterzeichnet und
mit den Arbeiten begonnen“, freut sich CAN-Geschäftsführer Dr. Frank
Schröder-Oeynhausen über einen weiteren Meilenstein für die CAN GmbH.
Wesentliche Grundlage für den erfolgreichen Forschungsansatz ist die enge
Zusammenarbeit der CAN GmbH mit den Arbeitsgruppen von Professor Weller und
Professor Förster vom Fachbereich Physikalische Chemie der Universität
Hamburg, die ebenfalls Partner des Konsortiums sind. Die Laufzeit von
VIBRANT ist bis Ende 2012 angelegt und das Gesamtvolumen beläuft sich auf
knapp 10 Mio. EUR. Führende internationale pharmazeutische Unternehmen haben
bereits ihr Interesse an den zu erwartenden Forschungsergebnissen
signalisiert und begleiten das Vorhaben.
Auch
Hamburgs Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach,
zeigt sich erfreut: „Die Entscheidung der EU zur Förderung des von der CAN
GmbH initiierten Gemeinschaftsprojektes setzt ein Ausrufezeichen hinter die
hervorragende Arbeit, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der CAN GmbH
leisten. Die anwendungs- und industriebezogene Nano-Forschung am
Wirtschaftsstandort Hamburg wird so nachhaltig entwickelt und gezielt
gestärkt. Die CAN GmbH ist damit ein Aushängeschild für erfolgreichen
Technologietransfer über die Grenzen von Hamburg hinaus.“
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