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5.1.
 
Richtfest am Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrum Kiel (NRoCK)
 

Mehr als 300 Gäste aus dem deutschen Gesundheitswesen und öffentlichen Leben des Landes Schleswig-Holstein feierten am 25.09.2009 das Richtfest eines der weltweit modernsten Kompetenzzentren zur Krebsbehandlung am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Im Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrum Kiel (NRoCK) werden künftig Tumore mit Protonen und Kohlenstoffionen punktgenau bestrahlt. Umliegendes Gewebe, wie etwa das zentrale Nervensystem, bleibt weitgehend verschont. Deshalb eignet sich dieses Verfahren insbesondere für schwer zugängliche oder in empfindlichen Geweben lokalisierte Tumore. Für Kinder eröffnen sich aufgrund der erheblich reduzierten Anzahl von Behandlungen und der Schonung gesunden Gewebes neue Therapiechancen mit einem geringeren Maß an Spätfolgen.

Das NRoCK wird ab Oktober 2011 schrittweise seinen Betrieb aufnehmen. Tumorpatienten aus ganz Europa ermöglicht die moderne Partikeltherapie in Kombination mit dem gesamten Spektrum medizinischer Bestrahlungsarten eine hocheffektive Behandlung. Anders als bei reinen Protonenanlagen ist das NRoCK nicht nur für den Einsatz von Kohlenstoffionen, sondern auch für den Einsatz weiterer Partikelarten vorbereitet. Mit dieser Flexibilität ist das NRoCK bestens für zukünftige Anwendungen und die wissenschaftliche Forschung gerüstet. Ein interdisziplinäres Expertenteam hält die komplette bildgebende Diagnostik vor und gewährleistet die modernste Therapie bis hin zur Nachsorge.

Für Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ist das NRoCK eine herausragende Investition in die Wissenschaftsstandorte Kiel und Schleswig-Holstein: „Mit dem größten Public-Private-Partnership-Projekt im deutschen Gesundheitswesen hat Schleswig-Holstein sein anspruchsvollstes medizinisches Unternehmen umgesetzt. Das NRoCK ist ein Meilenstein in der 100-jährige Erfolgsgeschichte der Kieler Strahlentherapie und sichert dem Land in diesem Bereich eine internationale Spitzenposition“, sagte er.  Das Gesundheitsland Schleswig-Holstein sei stolz auf seinen starken universitären Standort, der für die exzellente Versorgung der Menschen steht.

Torsten Albig, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel: „Durch die Kooperation mit Partnerinstitutionen in Norddeutschland und dem Ostseeraum rückt das NRoCK Kiel weiter ins medizinische Zentrum von Nordeuropa. Wir freuen uns, dass auf diesem Wege auch ca. 200 teils hoch spezialisierte medizinische und technische Arbeitsplätze entstehen und radioonkologisches Fachpersonal ausgebildet wird. Kiels Bedeutung als Standort für Wirtschaft und Wissenschaft wird durch das NRoCK weiter gestärkt.“

Professor Dr. Hermann Requardt, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Siemens Healthcare-Sektors: „Das Nordeuropäische Radioonkologische Centrum in Kiel ist ein Meilenstein für medizintechnische Lösungen und Partnerschaftsmodelle in der Onkologie.

Siemens hat gemeinsam mit Bilfinger Berger die Finanzierung des PPP-Projektes strukturiert und ist außerdem Konsortialführer des Errichterkonsortiums. Siemens liefert die fortschrittlichste Technologie auf dem Gebiet der Partikeltherapie, die ganz neue Möglichkeiten der Krebstherapie eröffnet. Wir werden wie geplant ab Januar 2010 die ersten Beschleunigerkomponenten einbringen und installieren.“

Nick Dawson, Geschäftsführer der Bilfinger Berger Project Investments: „Bilfinger Berger freut sich, seine umfassenden Erfahrungen in den Bereichen Finanzierung, Planung, Bau, Betrieb und Projektmanagement bei PPP-Projekten des Gesundheitssektors in dieses herausragende Projekt einbringen zu können. Die Planung des in Bau befindlichen Partikeltherapiezentrums wurde in enger Abstimmung zwischen dem Errichterkonsortium und dem UK S-H, entsprechend der Anforderungen des medizinischen Betriebs, optimiert. Bilfinger Berger setzt während der nächsten 28 Jahre weiterhin auf eine enge Partnerschaft mit dem UK S-H.“

Professor Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein: „Mit dem NRoCK antwortet das UK S-H auf die medizinischen Herausforderungen schwerster Erkrankungen. Wir wagen uns dabei in Grenzbereiche, in denen klinische Wirklichkeit entsteht, die die Wissenschaft parallel erst denkt.“

Professor Dr. Bernd Kremer, strategischer Geschäftsführer des Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrums Kiel: „Sich für dieses Projekt zu entscheiden, hat allen Beteiligten verantwortungsvolle Risikobereitschaft  abverlangt und bedeutet nun die Realisierung neuer Möglichkeiten für die Behandlung unserer Patienten und die Ausstattung Schleswig-Holsteins mit medizinischer Zukunftstechnologie.“

 

Weitere Informationen:
 
Prof. Dr. Bernd Kremer
Geschäftsführer des Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrums Kiel
Tel. 0431 / 597-8080

bernd.kremer@uk-sh.de

Ralf Kampf, MaHM
Geschäftsführer des Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrums Kiel
Tel. 0431 / 597-4093

ralf.kampf@nrock.de

 

Übersicht

(Stand: Oktober 2009)