Newsticker

7.1.
 
Innovative Medicines Initiative (IMI) geht in die zweite Runde
 

Die von der Europäischen Kommission und der Europäischen Pharmabranche, vertreten durch den EFPIA, gegründete öffentlich-private Partnerschaft für die Technologieinitiative „Innovative Arzneimittel“ (IMI) gab heute einen ersten großen Erfolg ihrer Zusammenarbeit bekannt. Dabei wurde auch auf die Forschungsthemen der zweiten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen hingewiesen. Mit den Themen beabsichtigt die IMI, Entdeckung und Entwicklung neuer Arzneimittel zur Behandlung von Krebs sowie entzündlichen und infektiösen Krankheiten zu beschleunigen. Für die zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen stehen 156,3 Mio. Euro bereit, wovon 76,8 Mio. Euro von der Europäischen Kommission getragen werden und 79,5 Mio. Euro von den Unternehmen des EFPIA in Form von Sachleistungen aufgebracht werden sollen. Außerdem stellte die IMI ihren neu ernannten Exekutivdirektor, Michel Goldman, vor, der sein Amt offiziell am 16. September angetreten hat.

Das für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissionsmitglied Janez Potočnik unterstrich die von der Initiative erreichten Ziele und Fortschritte: „Die IMI ist unsere Antwort auf die Forderung, Europa für die pharmazeutische FuE attraktiver zu machen und sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Grundlagenforschung rasch in neue innovative Behandlungen umgesetzt werden können. Dieser spannende und neue Forschungsansatz dürfte schon sehr bald Ergebnisse hervorbringen, so dass neue innovative Arzneimittel die Patienten in Europa schneller erreichen.“

An die Medien gewandt, lobte der CEO von Bayer HealthCare und EFPIA-Vorsitzende, Arthur J. Higgins, die Zusammenarbeit zwischen der Branche und der Kommission. „Die IMI ist ein klares Bekenntnis Europas, sich an die Spitze der biopharmazeutischen Innovation zu setzen. Wir versuchen, Engpässe bei der Arzneimittelentwicklung zu beheben, indem wir Forschung und Entwicklung beschleunigen. Daher haben wir bereits 246 Mio. Euro - darunter 136 Mio. Euro von den Unternehmen - in erfolgreiche Vorschläge investiert. Der größte Erfolg dieser Initiative besteht darin, dass in der Regel konkurrierende Arzneimittelunternehmen in bislang einzigartiger Art und Weise gemeinsam mit Hochschulen daran arbeiten, die Entdeckung innovativer Arzneimittel zu beschleunigen.“

Der neu ernannte Exekutivdirektor, Professor Michel Goldmann, hierzu: „Ich freue mich sehr, zu einem solch spannenden Moment ihrer Entwicklung an der Initiative mitzuarbeiten. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit öffentlich-privaten Partnerschaften werde ich mich zunächst dafür einsetzen, die Übergänge zwischen Hochschulen und der Branche im Interesse der Patienten zu stärken.“

Die Ernennung von Michel Goldman zum neuen Exekutivdirektor der IMI ist ein wichtiger Schritt für die IMI im Hinblick auf ihre vollständige Autonomie von der Europäischen Kommission und dem EFPIA.

Die neuen Forschungsschwerpunkte wurden nach umfangreicher Konsultation verschiedener Gruppen, wie der wissenschaftliche IMI-Ausschuss, Vertreter der Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und von EFPIA-Unternehmen, vom IMI-Verwaltungsrat gebilligt. Sie alle setzen sich dafür ein, mit öffentlichen und privaten Organisationen zusammenzuarbeiten, um diese Fragen effizienter angehen zu können.

Die zweite Aufforderung der IMI zur Einreichung von Vorschlägen wird am 30. Oktober 2009 veröffentlicht.

Hintergrund
Die IMI wurde 2007 in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft gegründet, um Forschungsengpässe bei der Arzneimittelentwicklung zu beheben und damit die Effizienz bei der Entdeckung und Entwicklung von Arzneimitteln zu erhöhen.

Ihr Budget beläuft sich von 2008 bis 2017 auf insgesamt 2 Mrd. EUR, wobei 1 Mrd. EUR von der Europäischen Gemeinschaft und 1 Mrd. EUR von der Branche bereitgestellt werden.

Die erste Aufforderung der IMI zur Einreichung von Vorschlägen wurde im April 2008 veröffentlicht. Von den 134 eingereichten Vorschlägen wurden 15 ausgewählt und mit 246 Mio. Euro bezuschusst.

Michel Goldman
Michel Goldman ist Professor für Immunologie an der Medizinischen Fakultät der Freien Universität von Brüssel (ULB) in Belgien. Seine Erkenntnisse auf den Gebieten der immunvermittelten Krankheiten und immunbasierten Biotherapien sind in über 380 Artikeln in Fachjournalen nachzulesen. Im Jahr 2000 erhielt er den Joseph-Maisin-Preis, eine bedeutende Auszeichnung für klinische Wissenschaften, die vom belgischen Fonds für die wissenschaftliche Forschung verliehen wird. 2006 wurde er vom „Thomson Institute for Scientific Information“ als „ISI Highly Cited Scientist“ anerkannt.

Liste der 9 Themen der zweiten Aufforderung der IMI zur Einreichung von Vorschlägen

  1. Bildgebungs-Biomarker für die Entwicklung von Arzneimitteln für die Krebstherapie

  2. Neue Instrumente der Zielvalidierung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Arzneimitteln (Onkologie)

  3. Molekulare Biomarker: schnellere Entwicklung von Krebstherapien und bessere Behandlung der Patienten

  4. Beschreibung und Entwicklung von am Behandlungsort durchführbaren Schnellverfahren für bakterielle Diagnosen mit dem Ziel der Vereinfachung von klinischen Versuchen und klinischer Praxis

  5. Untersuchung aberrierender adaptiver Immunitätsmechanismen

  6. Translationale Erforschung chronischer, immunvermittelter Krankheiten: Brückenschlag zwischen Tiermodellen und Menschen

  7. Arzneimittel-/Krankheitsmodelle: Bibliothek & Rahmen

  8. Offener Pharmakologieraum

  9. Elektronische Patientenakten

 

Weitere Informationen:
 
Ansprechpartner Kommission
Catherine Ray
Tel. +32 2 296 99 21

catherine.ray@ec.europa.eu

Sophie Andersson
Tel. +32 2 295 02 08

sophie.andersson@ec.europa.eu
www.imi-europe.org

EFPIA-Sprecher:
Colin Mackay
Tel. +32 2 626 25 57
colinmackay@efpia.org

 

Übersicht

(Stand: Oktober 2009)