Newsticker

2.9.
 
Frauenklinik des UK S-H am Campus Lübeck mit neuer Technik zur Vermeidung von Nachoperationen bei Brustkrebspatientinnen
 

Seit September dieses Jahres ist die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Direktor: Prof. Dr. med. K. Diedrich) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, erneut um eine innovative Technik reicher. Es handelt sich dabei um ein neues Gerät (MarginProbe, Dune Medical Devices AG), das bei der brusterhaltenden Operation von Brustkrebs und Brustkrebsvorstufen eingesetzt wird.

Mit diesem Gerät wird bereits während der Operation die für die Patientin zentrale Frage geklärt, ob das veränderte Gewebe komplett und mit einem ausreichenden Saum gesunden Gewebes entfernt wurde. Gerade bei Brustkrebsvorstufen, die zum einen nicht tastbar sind und deren definitive Größe zum anderen erst durch den Pathologen nach der Operation zu bestimmen ist, stand dem Operateur bis jetzt kein Verfahren zur Verfügung, mit dem eine solche Beurteilung während der Operation möglich ist. (Zumal eine Schnellschnittuntersuchung bei einer Brustkrebsvorstufe unzuverlässig ist.) Wird das veränderte Gewebe nicht komplett und mit einem ausreichenden Saum gesunden Gewebes entfernt, muss sich die Patientin einer Zweitoperation unterziehen.

Unter der Leitung von Dr. med. Marc Thill (Ltd. Oberarzt und vertretender Leiter des Brustzentrums) startete daher im September 2009 eine Studie, ob durch die Verwendung von MarginProbe die für jede Patientin so belastenden Zweit- oder auch Drittoperationen signifikant vermieden werden können. In Israel und den USA wurden bereits 1000 Patientinnen mit signifikantem Erfolg operiert. Die Rate der Zweitoperationen konnte deutlich um 56 Prozent gesenkt werden. In der nun in Lübeck angelaufenen Studie werden zunächst ausschließlich Patientinnen mit einer Brustkrebsvorstufe teilnehmen. Nebenwirkungen durch das Gerät sind nicht zu erwarten, da das entfernte Gewebe erst außerhalb der Brust untersucht wird. Eine derzeit in den USA laufende Studie soll zur Zulassung des Gerätes durch die amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) führen.

Dr. med. Marc Thill erläutert, dass der Campus Lübeck das erste Zentrum in Europa ist, das mit MarginProbe arbeitet. Ziel ist, zukünftig als Referenz- und Schulungszentrum zu fungieren. Sollten sich die ermutigenden Ergebnisse der Vorläuferstudien auch in den aktuellen Studien bestätigen, wäre vorstellbar, dass sich diese Technik, wie schon die Technik der Wächter-Lymphknoten-Entfernung (Sentinel-Node-Biopsie), als Standard etablieren könnte.

 

Weitere Informationen:
 
Dr. med. Marc Thill
Leiter des Gynäkologischen Tumorzentrums
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Telefon: 0451 / 500-2118

marc.thill@uk-sh.de

 

Übersicht

(Stand: Dezember 2009)