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| 6.1. |
Neuartige Magnetfeldsensoren für Neurologie und
Kardiologie |
Könnte man Gehirn- und Herzfunktionen in der medizinischen Diagnostik statt durch elektrische Messungen über die hervorgerufenen Magnetfelder detektieren, wäre dies ein großer Durchbruch bezüglich Geschwindigkeit und Qualität der Diagnosen. Zurzeit scheitert dieses Ziel an der Verfügbarkeit geeigneter höchstempfindlicher Sensoren. Zudem funktionieren die heute verfügbaren Sensoren nur bei Tiefsttemperaturen. Neue Nanomaterialien versprechen hier einen Durchbruch.Dank eines neu bewilligten Sonderforschungsbereiches (SFB) an der Universität Kiel können diese Fragen in den nächsten Jahren wissenschaftlich untersucht werden. Wissenschaftler aus drei Fakultäten der Christian-Albrechts-Universität (CAU) und des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie in Itzehoe haben sich die Entwicklung einer neuartigen, ungekühlten und unabgeschirmten biomagnetischen Schnittstelle zum Ziel gesetzt. In der langfristigen Perspektive könnte ein derartiges Sensorsystem aber nicht nur die medizinische Diagnostik und Behandlung verbessern, sondern auch Prothesensteuerung durch Gedanken, optimiertes Lernen oder die Verwirklichung neuartiger Körperüberwachungsfunktionen ermöglichen.Der SFB 855 "Magnetoelektrische Verbundwerkstoffe - Biomagnetische Schnittstellen der Zukunft" ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre bewilligt und wird in dieser ersten Förderperiode mit rund 11,5 Millionen Euro finanziert. Sprecher ist Professor Eckhard Quandt. "In diesem Sonderforschungsbereich versprechen wir uns durch die stark interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physik, Materialwissenschaft, Elektrotechnik und Medizin die Entwicklung ganz neuartiger Magnetfeldsensoren, die speziell ausgelegt sind für wissenschaftliche und diagnostische Fragestellungen in Neurologie und Kardiologie", so Quandt.
Konkret geht es um die
Aufzeichnung von Gehirn- und Herzströmen über deren Magnetfelder. Dies ist
zwar bereits heute möglich, jedoch sind die Messungen bisher mit erheblichem
Aufwand verbunden, so dass diese Techniken nahezu keinen Eingang in die
medizinische Praxis gefunden haben. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen,
müssen nämlich äußere Magnetfelder stark abgeschirmt und herkömmliche
biomagnetische Schnittstellen extrem aufwändig auf ca. -270°C gekühlt
werden. Die neue Schnittstelle, deren Entwicklung sich die Forscher im SFB
855 zum Ziel gesetzt haben, soll dagegen ohne Kühlung und langfristig sogar
ohne Abschirmung auskommen. Auch die Richtung von Magnetfeldern, zudem aus
größerer Tiefe als bisher, könnten die neuen Sensoren ermitteln. Dadurch
ergeben sich neue Anwendungen in Magnetoenzephalografie und
Magnetokardiografie. So könnten sich beispielsweise Hirnschrittmacher
zukünftig sehr viel zielgerichteter einsetzen lassen, ein wichtiges Ziel der
gerade genehmigten ersten Förderperiode.
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| Kontakt: |
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| Professor Dr.
Eckhard Quandt Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Institut für Materialwissenschaft Telefon: 0431 / 880-6200 eg@tf.uni-kiel.de
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(Stand: Dezember 2009) |
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